Warum wählt der Osten blau?
Shownotes
Warum ist die AfD gerade in Ostdeutschland so stark? Die Soziologin Katja Salomo sucht die Erklärung nicht in einer vermeintlich besonderen ostdeutschen Mentalität, sondern in den tiefgreifenden Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte.
Im Gespräch mit Stephan Stach vom Zentrum Liberale Moderne zeigt sie, welche politischen Folgen Abwanderung, Überalterung und der Verlust sozialer Infrastruktur haben können. Wenn junge und gut ausgebildete Menschen gehen, Begegnungsorte verschwinden und Kommunen immer größere Mühe haben, grundlegende Angebote aufrechtzuerhalten, verändert das auch das gesellschaftliche Klima. Zugleich nutzen rechtsextreme Akteure diese Lücken gezielt: Sie schaffen Angebote, zeigen Präsenz und inszenieren sich vor Ort als Kümmerer.
Was lässt sich dieser Entwicklung entgegensetzen? Und welche Rolle können Kommunen, demokratische Parteien und Zivilgesellschaft dabei spielen? Darüber sprechen Stephan Stach und Katja Salomo in der ersten Folge von „Freiheit in stürmischen Zeiten“.
Host des Podcasts ist Dr. Stephan Stach, Programmdirektor Liberale Demokratie beim Zentrum Liberale Moderne: https://libmod.de/themen/liberale-demokratie/
Gesprächspartnerin ist die Soziologin Dr. Katja Salomo: : https://scholar.google.com/citations?hl=de&user=-2J4YLYAAAAJ&view_op=list_works&sortby=pubdate
Weiterführende Literatur: https://www.isbn.de/person/Katja+Salomo?verlag=Psychosozial-Verlag&mtype=ebooks
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Transkript anzeigen
00:00:04: Freiheit in stürmischen Zeiten.
00:00:09: Warum wählen so viele Menschen im Osten die AfD?
00:00:15: Es gibt einfach sehr, sehr viele Gründe und Motivationen, warum man sich dafür entscheidet solche Parteien zu wählen.
00:00:21: Das was aber meistens ein bisschen vor der Grundstätigkeit des Kurses war, warum Menschen in Ostdeutschland das häufiger tun als in Westdeutschen.
00:00:30: Und da gibt es jetzt nicht ganz so viele Erklärungen
00:00:37: Das ist Katja Salomo.
00:00:39: Sie ist Soziologin und Transformationsforscherin, und beschäftigt sich mit den Themenfeldern politischer Extremismus, gesellschaftliche Segregation sowie Stadt- und Landentwicklung.
00:00:51: Derzeit ist sie Gastforscherin der University of Oxford.
00:00:56: Mit ihr hat im Vorfeld der Landtagswahlen in zwei ostdeutschen Bundesländern – so wie in Berlin – mein Kollege Stefan Stach gesprochen.
00:01:04: Stefan ist promovierter Historiker mit besonderem Fokus auf die deutsch-polnischen Beziehungen.
00:01:10: Er hat selbst lange in Polen gelebt und leitet den Programmbereich Liberale Demokratie
00:01:16: hier
00:01:16: am Zentrum Liberale Moderne, und Stefan isst genau wie seine Gesprächspartnerin selbst in der DDR geboren und im Osten der Republik aufgewachsen – das ermöglicht ihm vielleicht eine nicht ganz so distanzierte Sicht auf den Osten!
00:01:41: Wir zeichnen diese Podcast-Folge auf im Vorfeld der Wahlen.
00:01:45: Die stehen dieses Jahr an, am sechsten September in Sachsen-Anhalt und am zwanzigsten September bei Mecklenburg-Vorpommern, wo jeweils ein neuer Landtag gewählt wird.
00:01:55: Und auch in Berlin wird am zwentzigsten September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt In Sachsen-Anhalt bei absichtigen Lautumfragen bis zu zweiundvierzig Prozent der Wählerinnen und Wähler, der AfD ihre Stimme zu geben.
00:02:10: In Mecklenburg-Vorpommern sind es sechsunddreißig Prozent und selbst in der Großstadt Berlin sind es immer noch sechzehn bis achtzehn Prozent der wählerinnen oder Wähler.
00:02:19: Was viele beunruhigt auch wenn es kein neuer Trend ist die AfD ist eine der stärksten Parteien in Ostdeutschland.
00:02:28: Sie ist mitunter die stärkste Partei.
00:02:31: Und gerade in Sachsen-Anhalt scheint sogar eine Regierungsmehrheit für die AfD möglich?
00:02:38: Was bedeutet das für unsere freiheitliche Gesellschaft und was sind die Gründe dafür, dass die AfD in Teilen erwiesenermaßen rechtsextremen, dass diese Partei gerade in Ostdeutschland einen solchen Zuspruch erfährt?
00:02:55: Darüber möchte ich jetzt reden mit Katja Salomo, die dazu ausgiebig geforscht hat.
00:03:02: Doch bevor wir einsteigen würde ich dich Katja gerne fragen wer sind eigentlich diese Ostdeutschen über die wir heute sprechen?
00:03:10: Sind das Menschen die in der DDR sozialisiert wurden?
00:03:13: Sind es diejenigen die heute in den neuen Bundesländern leben?
00:03:17: oder sprichst du auch von Ostdeutchen wenn es sich um Menschen handelt, deren Eltern zwar an der DDR gelebt haben die heute aber möglicherweise in den alten Bundesländern also im besten Leben.
00:03:30: Gibt es überhaupt noch Sinn über die Ostdeutschen zu sprechen?
00:03:35: Ach super Frage!
00:03:36: Na ja, da gibt's jetzt tausend Antworten drauf.
00:03:39: Die Ostdeutschen in meiner Forschung sind tatsächlich einfach die Menschen, die in Ostdeuern leben.
00:03:44: Ich kann das nicht tiefer unbedingt differenzieren aber natürlich klar es gibt Forschungen über Ostdeutche sind die Bio-Ostdeutsch'n, die eben auch wirklich aufgewachsen sind und es gibt auch so eine Innenausdeutscheskursion.
00:03:57: Ja gut, aber eigentlich sind ja wo es die Ostdeuteschen, Ostdeutsche Eltern haben in meiner Generation diesen Bruch mitgemacht.
00:04:05: Aber das sind so Edititätsdiskurse, da will ich lieber gar nicht erst mit anfangen.
00:04:09: Aber für mich ausdeutscher sind die, die in Ostdeutchen leben.
00:04:11: Das heißt, die vielen Ausdeutschen, die abgewandert sind, zählst du nicht dazu?
00:04:15: Nein, also die würde ich schon als Ostdeutsch beschreiben wenn sie sich auch selber als ostdeutsche beschreiben möchten aber in meiner Forschung spielen... Also ich schaue mir die dann eher seltener an.
00:04:24: Die Selbstbezeichnung ist ja möglicherweise ein Hinweis auf eine bestimmte politische Haltung.
00:04:30: man denke daran dass Björn Höcker kürzlich die Ostdeutchen als die wahren Deutschen bezeichnet hat.
00:04:37: Die Westdeutschen hingegen sagte er sein deutsch sprechender Amerikaner Diese Aussage gerade in Hinsicht auf die Nähe der AfD zum Trump-Lager besonders geschickt gewesen ist, das lassen wir mal dahingestellt.
00:04:53: Aber es sagt ja schon etwas über das Selbstverständnis zumindest auch der Partei Höckers der AfD.
00:05:00: Denn gemeint ist ja damit dass diese wahren Deutschen und Ostdeutschen diejenigen sind, die die wahre deutsche Partei nämlich die AfD wählen.
00:05:09: Wir wollen heute nach den Ursachen fragen Warum wählen denn so viele Menschen im Osten die AfD?
00:05:16: Es gibt einfach sehr, sehr viele Gründe und Motivationen, warum man sich dafür entscheidet solche Parteien zu wählen.
00:05:22: Das was aber meistens ein bisschen vor der Grundstätigkeit des Kurses momentan noch ist, warum Menschen in Ostdeutschland das häufiger tun immer noch häufiger als in Westdeutschen.
00:05:32: Und da gibt es jetzt nicht ganz so viele Erklärungen.
00:05:35: ja ich würde sagen es hat sehr viel zu tun mit den Ja, Transformationserfahrung aber mit den bestimmten Aspekten der Transformations-Erfahrungen die typischerweise nicht so im Vordergrund stehen.
00:05:46: Wir wissen ja das wirtschaftlich Austauschland ausgesprochen aufgeholt hat und einfach ja gute europäische Durchschnitt ist.
00:05:53: Wir wissen aber leider auch dass demografischen Außerstand sehr viel schiefläuft und wir haben uns vielleicht in vergangenen zwanzig Jahren ein bisschen zu wenig mit den Konsequenzen beschäftigt also Bevölkerungsverlust und warum Menschen in Austauschein die AfD wählen?
00:06:07: Ja, Stichwort Bevölkerungsschwund.
00:06:09: Du hast dich an deiner Forschung auch sehr mit der Demografie in Ostdeutschland beschäftigt und machst in diesen Entwicklungen eine der größten Ursachen für das Erstarken der rechtsextremen Parteien aus.
00:06:21: Lass uns doch da mal reingehen!
00:06:23: Kannst du uns näher erläutern?
00:06:25: Wovon wir da sprechen?
00:06:27: Also
00:06:28: erstmal Bevölkerungsverlust haben wir ja alles schon mal irgendwie gehört glaube ich.
00:06:32: nach der Wiedervereinigung Verlohr Ostdeutzsland durch Abwanderung allein, fast...fünfundzwanzig Prozent also fast ein Viertel seiner Bevölkerung.
00:06:42: Das waren so zwei große Abwandungswellen aber die Abwänderungen war auch zwischendurch relativ hoch eben unmittelbar nach der Wende eher getrieben durch Arbeitslosigkeit und sicherlich durch die, die schon immer rüber wollten und dann auch nicht hier erwarten wollten.
00:06:55: Und die zweite Abwandlungswelle, die uns heute beschäftigt, so zwischen zweitausend, zweitausendfünft.
00:07:01: das waren junge Menschen vor allen Dingen sehr gut ausgebildete Frauen als Männern, die abgewandelt sind.
00:07:07: Das war sozusagen die Einheitsgeneration, könnte man sagen – die erste Generation, die auch im gemeinsamen Deutschland ihren Schulabschluss gemacht hat.
00:07:15: Dann die niedrigen Geburtenraten.
00:07:17: Auch davon haben wir alle schon mal gehört es gab diesen Geburtenknick nach der Wente.
00:07:21: eigentlich war jetzt aber kein Knick sondern mehr so ein Tal und das Niveau der geburten hat sich dann erst aus dem Jahr zwei tausend sechs wieder an westdeutsche Fältnisse angepasst.
00:07:32: Hinzu kommt auch im Unterschied zu Westdeutschland, dass Ostdeutschein nicht von Immigration von außerhalb von Europa oder auch innerhalb von Europa einen großen Ausmaß profitiert.
00:07:43: Nur etwa jede neunte Person in den Außerstand hat eine Immigrationshintergrundvergleich dazu mittlerweile fast die dritte Person der Westdeutungsstand.
00:07:51: das boostet natürlich die Bevölkerung denn Emigraten sind typisch weiße auch einfach junge Menschen.
00:07:57: Und die letzte große Punkt, innerhalb von Osterschön hat sich dann auch viel getan.
00:08:01: Nämlich es kam zu einer Urbanisierungswelle nach der Einheit eine Migration, insbesondere auch Bildungsmigration vom Land in die Städte.
00:08:10: Auch mehr Frauen hat das betroffen, auch diesen häufig abgewandelt vom Land ins Städt innerhalb von Osterstand.
00:08:15: Für die ländlichen Gebiete kam das aber wie einer dritten Abwahlungswelle gleich Das heißt, sie sind besonders ausgeprodukt in diese ländlichen Gebiete.
00:08:22: Okay also wenn ich das jetzt nochmal kurz zusammenfasse dann ist sozusagen das größte Problem in Ostdeutschland dass Ostdeutland einfach Lehrer geworden ist in den letzten Jahren oder Jahrzehnten besser und dass vor allem gut gebildete Frauen abgewandert sind.
00:08:41: und warum wählen denn die zurückgebliebenen eher die AfD?
00:08:47: Genau!
00:08:48: Das ist jetzt überhaupt nicht offensichtlich.
00:08:50: Wir müssen uns da unterhalten über vier verschiedene Punkte.
00:08:54: das erste, das nennt man so ganz abstrakt ich erkläre natürlich was das ist Kompositionseffekte Das wissen Sie mittlerweile ganz gut für ganz Osteuropa.
00:09:02: Es sind halt nicht nur jüngere und besser ausgebildete gegangen, diese Menschen die gegangen sind, sind dort häufig etwas liberaler, etwas progressiver eingestellt schon allein wenn mehr Frauen als Männer gehen.
00:09:13: Frauen sind nun mal gerade in den jüngeren Generationen auch progressiv von der Paralle eingestellt.
00:09:17: Allein das führt dazu dass die zurückgebliebenen sozusagen konservativer werden, weil sie sozusagen selektiert sind darauf.
00:09:23: Wenn man sich das vorstellen kann und wir erleben das tatsächlich in ganz Europa aber in Ostdeutschland dann halt noch mal verstärkt, dass die ländlichen Gebieten immer konservative werden?
00:09:33: Und dann irgendwann auch kippen in die Richtung rechtsextremen, rechtspopulistisch aufgrund dieses Effektes, aufgrund der Urbanisierungswürder in ganz europa und aufgrund dieser Reaktionseffekte.
00:09:42: was hinzukommt In dem Moment, in dem wirklich sehr viele Menschen gehen, sind Sorgen bei denen, die zurückgeblieben sind.
00:09:51: Ja was soll das jetzt?
00:09:52: Unsere jungen Leute gehen und dann hört man irgendwie davon dass eben ganz viele Menschen von außerhalb von Europa von fremden Anfangszeichenländer zu uns kommen.
00:10:01: werden wir jetzt irgendwie ersetzt mit diesen?
00:10:04: diese fremde Anfangs Zeichen?
00:10:06: Das kennen wir auch aus den USA.
00:10:08: Da ist diese Verschwörungstheorie Die Great Replacement Theorie Ganz Groß.
00:10:13: Was Dann Besonders gut noch untersucht es für Ostdeutschland ist, dass die Generationen, die so ausgepresst sind sich tatsächlich ein bisschen als zurückgelassen empfinden und insbesondere die Männer.
00:10:26: Die in Regionen leben, in denen viele Frauen abgewandert sind aus ihrer Generation Und dann auch eine erhöhte Zuwendung von Männern erfahren was nun mal zum Beispiel der Fall war in der sogenannten Wüchtlingskrise Dass diese Männer wirklich das als eine Art Konkurrenzdruck finden.
00:10:42: da gibt's das Studien dazu Außen in USA, zum Beispiel über Ostdeutschland.
00:10:46: Und wenn das dann noch angeheizt wird mit Propaganda aller... Die kommen ja nur hierher um uns die Frauen wegzunehmen.
00:10:54: Nicht mit dem wie NPD vor zwanzig Jahren schon Werbung gemacht habe in dem Ort, in dem ich z.B.
00:10:58: groß geworden bin.
00:10:59: Dann führt es tatsächlich zu diesen Résentiments und so dieser Wut auch.
00:11:03: Wir sind auch zu Gewalt und hilft einfach den restpopulistischen Rechtstrem im Elementen.
00:11:09: Katja, du hast gerade von der Cohorte gesprochen.
00:11:11: Was ist das ungefähr für eine Altersgruppe?
00:11:15: Ja, das sind die jüngeren Männer also da wir über Ostern sprechen unter Fünfzig auch schon jung.
00:11:20: Die Cohorte, der jetzt um die so dreißig bis vierzigjährigen wäre die, die so stark betroffen war vor einer Frauenabwanderung.
00:11:27: Für jüngere Männer geht es aber schon auch noch dass sie auch angeheizt werden können bei dieser buddhistischen Idee, dass die Emigraten ja nur her kommen
00:11:35: und sich Frauen wegzunehmen.
00:11:37: Ich habe jetzt verstanden, dass ein Problem ist das so viele abgewandert sind und auch nicht zurückkehren offensichtlich nachdem sie in große Städte gezogen sind für Ausbildung und Karriere.
00:11:50: Dass es vor allem Frauen sind was dazu führt, dass dann eben viele Männer sich zurückgelassen fühlen.
00:11:58: So der Eindruck entsteht, die Gesellschaft wird immer dünner und dann kommen da auch noch Leute von außen.
00:12:05: Die auch meistens Männer sind und jetzt sozusagen für die Männer, die nach einer Beziehung suchen, noch viel größere Konkurrenz sind wenn man es mal ganz runter bricht.
00:12:15: Und deswegen dieser Rassismus, der von der AfD zum Beispiel sehr stark propagiert wird dadurch viel besser wirkt
00:12:23: Genau!
00:12:24: Besser wirkt genau.
00:12:25: Es ist ein Mechanismus Nicht.
00:12:27: aber auch die Älteren machen sich durchaus Sorgen darum, was soll es werden wenn unsere Jungen irgendwie ersetzt werden in Erfängszeichen mit diesen ganzen Menschen von außerhalb von Deutschland.
00:12:37: Du sagst immer viel mehr Frauen also etwas mehr Frauen nicht?
00:12:40: Also wir sprechen jetzt nicht davon dass irgendwie die Frauen massenweise abgewandert sind und die Männer gar nicht.
00:12:45: Wir sprechen eher davon.
00:12:46: das ist in dieser Gehorte häufig netzlichen Gebieten so vierzig Prozent Frauen zu sechzig Prozent Männern manchmal auch tatsächlich.
00:12:55: Die dritte Person ist dann nur noch weiblich, das sind so die großen Verhältnisse.
00:13:05: Na ja bei wenig.
00:13:06: es ist auch nicht wenn auf drei Männer zwei Frauen kommen.
00:13:11: Das macht doch auch was mit der Stimmung im Ort und den Beziehungen der Bewohner untereinander?
00:13:17: Dann sprechen doch mal über die sozialen Beziehung und wie sie sich verändern durch diese Abwanderung.
00:13:23: Wenn jetzt die Jüngeren, die besser ausgebildeten Anwohner verlassen einen Ort dann hat das natürlich einen Effekt auf die, wie wir sagen, Sozial- und Unterstützungsnetzwerke.
00:13:36: Also an wem wendet man sich, wenn man Hilfe braucht oder überhaupt mit wem hat man so Kontakt?
00:13:41: Diese Netzwerke werden dann homogene.
00:13:43: Und sie werden auch älter.
00:13:45: Und Sie haben weniger... Auch im Hinblick auf Ihre Bildungssammensätze sind sie in Homogene.
00:13:49: Das hat typischerweise erst mal ein Effekt, dass da nicht mehr so viel Hilf gegeben werden kann weil die Hilfe, die angeboten ist von der homogene Gruppe angebot wird.
00:13:57: Auch spielt eine Rolle Das ist dann meistens die Sozialbeziehung in diesen ganz stark ausgebotenen Gebieten.
00:14:06: Die sind sehr
00:14:07: alte,
00:14:08: sehr feste, sehr enge Sozialbeziehen, was eigentlich erstmal gut ist und auch sehr familiär verbunden, das eigentlich auch schön ist.
00:14:14: Aber was fehlt, sind so die etwas loseren Beziehungen einfach nur so Bekanntschaften, die man hat.
00:14:20: Und wenn man sich vorstellt haben wir vielleicht alles schon mal erlebt, wenn man einen Job suchen neun zum Beispiel.
00:14:25: es sind typischerweise nicht die Familienmitglieder Und auch nicht die ältesten Freunde, die uns dabei irgendwie helfen können an der Fronten.
00:14:32: Es sind typischerweise so etwas losere Bekanntschaften Menschen mit denen man jetzt nicht ständig umhängt aber die man auch kennt, die einen irgendeinen Tipp geben können und irgendwie helfen kümmern.
00:14:40: Und dieses Potenzial ist sehr gut belegt und fällt auch ein bisschen weg in diesen Orten.
00:14:45: was sich gern noch schlimmer vielleicht auswirkt ist dass auch dritte Orte wegfallen also Cafés Kneipen Restaurants Selbsteinkaufsmöglichkeiten ja Community-Center, wo sich Menschen einfach treffen können.
00:15:02: Aufgrund des Bevölkerungsverlustes können sich diese Strukturen weniger gut halten, fallen weg und die Menschen, die da sind haben seltene Möglichkeiten, sich zu treffen und sich irgendwie auszutauschen und irgendwie neue Beziehungen herzustellen.
00:15:14: Es macht es immer sehr schwierig auch für Neuankömmliche – es gibt immer noch Menschen, auf das Ganze in den Osterstand – irgendwie reinzukommen, Teil der Community zu werden.
00:15:23: Und ist alles steht nur ganz lose in Verbindung wie jetzt der AfD oder mit rechtzeitigem Parteien.
00:15:29: Aber das führt dazu, dass Menschen weniger Sozialvertrauen haben.
00:15:33: All diese Punkte, alles führte zu, dass die Menschen weniger sozial vertrauen haben.
00:15:37: Das ist das grundlegende Vertrauen was wir Menschen gegenüber, die wir noch nicht kennen, mitbringen.
00:15:43: Und wenn es geringer wird kann man sich vielleicht vorstellen – und das ist relativ gut belegt weltweit -, dass wenn neue Menschen kommen in die Community Seien das jetzt Fremde von außerhalb von Deutschland, seien es jetzt Bio-Deutsche von irgendwo anders?
00:15:55: Dass man den einfach mit weniger Offenheit gegenübersteht.
00:15:59: Jetzt gehe ich mal kurz dazwischen weil du sehr viele Sachen gesagt hast zu denen ich gerne nachfragen würde.
00:16:06: der erste Punkt ist Du meintest dass so viele abgewandert sind und die zurückgebliebenen sich dann einsam fühlen.
00:16:13: also wenn ich das jetzt mal versuche praktisch zu machen sind das sozusagen die Großeltern, deren Kinder in die großen Städte gezogen sind oft nach Westdeutschland und dort bleiben.
00:16:24: Und sie sehen dann ab und zu mal zu den Familienfesten und zu Weihnachten ihre Kinder und vielleicht in den Sommerferien noch die Enkel und ansonsten haben Sie das Gefühl irgendwie alleine dazusitzen?
00:16:35: Ja genau!
00:16:36: Ob es sich jetzt einsam fühlen weiß ich nicht aber sie werden auf jeden Fall mit diesen was immer Jünger dann Menschen in ihrem Leben bewirken.
00:16:44: wenn wir jetzt alle unsere Weihnachtsessen denken Es ist ja nicht selten so, dass wir die älteren Weichen ein bisschen herausfordern in ihren politischen Einstellungen.
00:16:51: Das haben die dann einfach sehr selten diesen Einfluss.
00:16:54: Okay und der andere Punkt war den ich ganz spannend fand du meintest das die Leute die in diese kleinen Orte in die Kleinstädtchen die Dörfer reinziehen?
00:17:04: Dass es gar nicht so ein großer Unterschied ist ob die jetzt aus sagen wir mal der Großstadt Berlin kommen oder Leipzig oder aus dem Westen als Ausländer wahrgenommen werden, sei es jetzt Asylbewerber oder der Dönerverkäufer, der den leer stehenden Laden am Marktplatz übernimmt?
00:17:24: Genau.
00:17:25: Ich habe alle erstmal das gleiche Problem, dass sie mit einer Gemeinschaft konfrontiert sind wo es wenig Möglichkeiten gibt sich zusammenzufitten zu organisieren und sich zu treffen und dass sie mit einer Gemeinschaft konfrontiert sind, die im sehr stark über sehr alte Verbindungen, sehr alte Kontakte und über sehr familiäre Kontakte strukturiert ist.
00:17:43: Schwierter reinzukommen, egal für wen.
00:17:44: Und
00:17:45: gleichzeitig fehlt eben der Nachwuchs und das sorgt dann wieder für Probleme zum Beispiel bei der älter werdenden Bevölkerung mit der Pflege oder mit der Versorgung oder einfach mit der nachbarschaftlichen Hilfe, dass man mal für den alten Krankennachbarn mit was einkaufen geht.
00:18:03: Richtig?
00:18:04: Ja,
00:18:04: zum Beispiel.
00:18:05: Das wäre ein Beispiel.
00:18:06: Und auch dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und dieses Gefühl als eine Community zu funktionieren, als Gemeinschaft zu funktionierend.
00:18:13: Ich komme gerne noch mal auf diesen Punkt zurück.
00:18:15: Du hattest jetzt schon angesprochen, dieses Problem das es eigentlich erstmal genussiert macht ob jetzt Menschen von außerhalb in Deutschland zuwandern oder von innerhalb von Deutschland die haben alle.
00:18:24: dieses Problem aber ist ja Ein Problem für Ostdeutschland, das zu wenig Menschen von Außerhalb von Deutschland erzuwandern und zwar nicht nur rein rechnerisch für die Menge der Bevölkerung oder wie jung sie ist sondern einfach auch was das wiederum macht mit der politischen Kultur.
00:18:40: Ich weiß gar nicht fast aber vielleicht auch schon mal davon gehört dass es manchmal so zitiert wird ja wieso ist eigentlich diese Frettenfeindlichkeit in Außerstand so hoch?
00:18:47: da gibt's doch kaum Zuwanderungen?
00:18:49: Was soll das denn eigentlich?
00:18:50: Das ist doch bloß Propaganda, das ist doch irgendwie Dummheit fast schon oder vielleicht sogar ein Fehler der Sozialwissenschaften.
00:18:56: Aber eigentlich hängt es umrückbar miteinander zusammen weil diese eines der stärksten Mechanismen die dazu führt dass wir weniger Vorurteile, weniger Ressentiments haben gegenüber zugewanderten ist wenn wir einfach Kontakt haben mit diesen zugewanderten in unseren alltäglichen sozialen Leben, in unseren sozialen Netzwerken.
00:19:16: Man braucht wohl etwa – das ist jetzt ein Grupperwert aber so fünf Prozent, sechs Prozent an grundlegende Immigration bis dann weitere Immigraten die zuwandern, dass sie diesen positiven Effekt haben, dass also soziale Beziehungen entstehen und dass Vorteile abgebaut werden.
00:19:30: Wir haben jetzt über die Demografie gesprochen, über das Abwandern der besonders gebildeten tendenziell eher weiblichen und jungen Bevölkerungsgruppe.
00:19:40: Wir haben uns angeschaut, welche Folgen dieser Lehrstellen die entstehen für die Leute haben, die dort geblieben sind.
00:19:48: So soziale und gesellschaftliche Bindungen, die ihnen dann fehlen.
00:19:53: Und wir haben gesehen das nicht etwa die Konfrontation mit als fremd empfundenen Menschen Mit den zugewanderten oder den Migrantinnen und Migranten Zu dieser Xenophobie beiträgt sondern Das ist im Gegenteil der fehlende Kontaktes mit den Menschen, die als fremd empfunden werden.
00:20:12: Und das trägt dann dazu bei, dass eben Vorurteile und Ängste oder sogar Rassismus erstarken können?
00:20:20: So hattest du das angekündigt aber noch längst nicht alles!
00:20:23: Oder Du sprachst doch von insgesamt vier Punkten.
00:20:26: Es fehlen nur zwei Punkte.
00:20:28: Wir müssen noch sprechen über die Zivilgesellschaft und über die Infrastruktur.
00:20:35: Und wir müssen unbedingt auch noch sprechen, über die Strategien der Extremrechten Selte.
00:20:47: Der dritte Punkt, der ergibt sich eigentlich relativ gut aus dem was ich schon gesagt habe.
00:20:50: In dem Moment in den sozialen Bindungen irgendwie schwächer werden weil man sich nicht mehr häufig sieht, weil man eben seltener Ort zu hat wo man sich treffen kann singt auch die kollektive Organisationskraft.
00:21:00: Also es kann man sich unbedingt mal vorstellen wenn es irgendwie so wäre dass man die Hälfte des Ortes immer im Café trifft dann kann man sie da auch mal austauschen darüber.
00:21:08: du weißt du was das läuft gerade nicht so gut wollen wir damit nicht mal irgendwas machen Und diese Orte gibt es gar nicht.
00:21:13: Also ist es auch schwieriger solche Gemeinschaft für welche Projekte anzuregen und das ist eigentlich sehr schade, weil man eigentlich viel machen könnte so von sich aus.
00:21:22: Wenn da ein Haus verfällt und es tatsächlich auch schon dem Ort gehört und ich weiß kein Besitz mehr gibt dann könnte man das ja auch umgestalten.
00:21:30: aber das muss halt irgendwie angeregt werden.
00:21:32: Man kann auch nicht immer darauf warten dass Politik das macht und das is halt sehr schwierig in Orten wo die sozialen Beziehungen schon bisschen gestürzt sind.
00:21:39: und wo's die soziale Infrastruktur
00:21:41: Da kann man ganz kurz reingehen können.
00:21:43: Glaubst du, dass das was in Ostdeutschland stärker auftreten?
00:21:46: Das ist so.
00:21:47: diese Zurückhaltung da selber Engagement zu zeigen Und diese Erwartungshaltung, dass eigentlich der Staat die Behörden, der Bürgermeister oder sonst jemand anderes in jedem Fall dafür zuständig ist?
00:22:01: Ich glaube das ehrlich gesagt nicht.
00:22:04: Die Untersuchungen dazu sind auch nicht so deutlich, dass es da irgendwie unterschiedlich bei der Parazitation gibt.
00:22:09: Ich glaube, das sich jetzt hat eher was mit diesen Faktoren zu tun, dass eben, ja, sechs Prozent der Menschen auf dem Land leben und auf dem diese Organisationskraft halt geschlecht ist, ganz einfach.
00:22:18: Aber vielleicht ist das etwas was ich auch ganz gut erklären kann.
00:22:21: mit dem nächsten Punkt und der heißt nämlich sehr wichtig Der Verlust der Infrastruktur.
00:22:27: Das ist was Ich sage das auch bewusst zum Schluss weil es passiert erst nach einer Weile.
00:22:32: also man kann sich vorstellen in dem Moment in dem Halt ein Gebiet Viertel seiner Bevölkerung in einige nette Gebieten dreißig vierzig Prozent verloren haben.
00:22:39: über die Zeit wird es dann schwierig Angebote fort aufrecht zu erhalten Sei das jetzt Verkehrsinfrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten.
00:22:48: Sei dass jetzt Schulen die zusammengelegt werden.
00:22:51: Sei es Kindergärten, die geschlossen werden müssen.
00:22:54: Sei das administrative Zentren zusammen gelegt werden und alles führt nicht zuletzt dazu, dass der Alltag für Menschen schwieriger wird.
00:23:03: Nicht insbesondere gibt es Untersuchungen zu den Fahrzeiten zum Beispiel.
00:23:07: Man ist komplett vom Auto abhängig und man braucht viel länger um irgendwas zu organisieren, um irgendwo hinzukommen nicht erst mal eine Stunde Fahrt, um irgendwie den Personalausweis überhaupt einen Wurf von der ganzen Kunde untergleichen.
00:23:18: Die Schulfahrzeiten werden sehr, sehr lang und das ist etwas... Das ist nicht gut untersucht, es ist auch nicht gut verstanden aber wenn man so viel mehr Zeit braucht in diesen ausgedürten ländlichen Gebieten wo die Infrastruktur vollumgegangen ist um den Alltag zu bewältigen dann wird es natürlich unwahrscheinlicher dass diese Menschen auch sehr viel Zeit haben um irgendwas an ihrer Gemeinschaft zu verändern.
00:23:40: also für mich ist das unregelbar logisch dass da die Energie irgendwie nicht da ist?
00:23:45: Ja, genau.
00:23:45: Ich wollte gerade fragen also das heißt sozusagen die Begegnung mit dem Staat oder mit den Behörden ist so zu sagen auch was fehlt?
00:23:54: war eben die Infrastruktur die das repräsentiert fehlt letztlich
00:23:59: ja und man muss auch sagen auch für eine Stadt selber nicht.
00:24:04: Also wenn wirklich die Kundversorgung wackelt dann könnte sich nicht darum kümmern das Schwimmbad wieder zu öffnen.
00:24:10: Also wenn die wirklich kämpfen müssen, dass die Schulen offen bleiben.
00:24:13: Dass es einen Kindergarten gibt weil das eben gleich sehr krasse auch Konsequenzen wieder hätte wie attraktiv ein Ort jetzt für eine Familie ist sie da schon lebt Wenn sie kein Kinderwerken mehr hat dann ist sowas wegen Schwimmbad für die Kinder im Sommer.
00:24:24: Es ist einfach nicht der erste Gedanke.
00:24:27: Insofern gibt es einfach eine Verschiebung der Prioritäten, genauso auch der Pflegenotstand.
00:24:33: Also nicht mit den Gedörfer, sondern eher die Kleinstädte in diesen nändlichen Gebieten müssen sich damit beschäftigen wie sie ihre Bevölkerung pflegen können im Alter welche Angebote sie jetzt noch schaffen können, damit sie mit den verfügbaren Mitteln die Pflegeangebote anbieten können, die ihnen benötigt werden und dann werden waschweise Ideen wie Jugendclub aufbauen.
00:24:52: die treten den Hintergrund.
00:24:54: Welches ist das irgendwie verständlich?
00:24:55: Das heißt, ich glaube gar nicht dass jetzt Ostdeutschland weniger macht.
00:24:58: Ich denke einfach, das sind Sachen wie wir nicht so sehen weil Westdeutsche sich nicht im gleichen Maßen schon mit dem Regenotstand zum Beispiel ausunersetzen muss.
00:25:05: und wir wissen, dass diese Verluste Infrastruktur der ganz stark korreliert mit den Wahlaufgebnissen der AfD zB auch andere extreme Parteien.
00:25:14: Okay aber ich meine du hast jetzt sehr lange auch geschildert plastisch, dass die Leute sozusagen auch Gründe für ihre Unzufriedenheit haben und man könnte ja jetzt meinen okay sie sehen es gibt da Probleme mit der Organisation im Staat.
00:25:28: Warum gehen die Leute nicht in Parteien engagieren sich politisch und ändern was an der Situation?
00:25:34: Wenn man jetzt bei Steffen Mao zum Beispiel liest das aber in Ostdeutschland die Parteinbindung viel viel geringer ist als in Westdeutscher Land dann scheint das ja erst mal fraglich zu sein.
00:25:47: warum passiert das eigentlich nicht?
00:25:49: Naja, also viel, viel geringer ist sie gar nicht.
00:25:51: Ich glaube es sind so sieben acht Prozentpunkte mehr Menschen in Außerstand, die sagen dass sie eben keine Sie mit keiner Partei edifizieren.
00:26:00: Also es ist keinen so riesen Unterschied.
00:26:02: Das kann schon helfen der Extremrechte oder was kein so Riesenunterschied und naja ich weiß gar nicht ob das nicht passiert.
00:26:08: Es passiert halt über diese extremen rechten Parteien.
00:26:10: Also ich könnte jetzt wirklich sagen, das ist ja genau was passiert, dass sich die Leute organisieren über die AfD und über die Freien Sachsen, über den dritten Weg.
00:26:20: Das sind hier alles Parteien, die leider sehr lebendig sind und die da irgendwie sehr präsent sind lokal.
00:26:27: Und darüber ist dann vielleicht die Hoffnung das was passiert?
00:26:30: Also das ist ja eigentlich eine perfekte Überleitung zu der Frage, was diese Strategien von diesen rechten Parteien sind also die Frage wie machen sie das?
00:26:39: dass Sie Zulaus bekommen oder zumindest ein Unterstützerkreis vor Ort finden während des Ja, anderen Parteien offensichtlich nicht so gut gelingt.
00:26:48: Genau!
00:26:49: Und umso mehr ich dann auch in dieser Sache forsche, umso besser bin ich davon überzeugt ist das eigentlich vielleicht sogar der Hauptpunkt ist und ich dir und den Hörern jetzt alles andere ersparen können.
00:26:58: also es ist tatsächlich so dass schon vor zehn Jahren der Verfassungsschutz gewarnt hat dass in Ostdeutschland die extremen Rechten, das ist nicht nur die AfD.
00:27:08: Das darf man wirklich nicht so sagen, es sind auch andere extrem rechte Gruppierungen, da irgendwie diese starken Bevölkerungsschwund betroffenen Orte reingeht weil sie zum Beispiel Einfach den Wehrstand für sich ausnutzen.
00:27:22: Das war wie so eine Strategiewechsel, wir erinnern uns an Pegida und die Identitären mit ihren Fackelmärschen.
00:27:28: also diese Idee man muss jetzt Leute irgendwie rankarren unter großem Aufwand für Demonstrationen die man dann medienwirksam verarbeiten kann.
00:27:37: Und seit zehn Jahren etwa ist es eher so dass sie sagen nein wir müssen Räume besetzen um Präsenz zeigen und geht in dieser ausgedüteten ländlichen Gebietse und Kleinstädte, kauft da leerstehende Häuser auf für ein Apfel und Ei.
00:27:50: Und ist da präsent?
00:27:51: Versucht da was aufzubauen!
00:27:53: Sie bekommen auch nicht so viel Widerspruch von der lokalen Zivilgesellschaft.
00:27:58: Das liegt nicht unbedingt daran dass diese besonders schwach ist das sieht eher daran die Zivil-Gesellschaft die wir auf dem Land haben sondern unpolitisch sind.
00:28:08: Die freiwillige Feuerwehr Sportvereine, das ist typischerweise die haben es in ihrer Vereinssatzung stehen politisch total offen sind und tun sich sehr schwer damit, klar gegen sowas vorzusehen.
00:28:19: Weil sie nicht genau wissen wie sie es machen sollen.
00:28:21: Und weil die Freiwillige Feuerwehr sich auch nicht leisten kann in dem Dorf jetzt zum Beispiel die AfD-Wähler auszuschließen oder so.
00:28:27: was ist völlig undenkbar.
00:28:29: Die schaffen einfach Angebote, die sonst nicht da sind.
00:28:32: Das ist niedrigschwellig.
00:28:34: man wird ja auch nicht sofort irgendwie zugetröht mit Ideologie.
00:28:37: Sonst einfach ganz niedrig schwellig und Sie versuchen sich zu stilisieren als kümmerer für Ort.
00:28:42: Als Sie wirklich da sind die Präsenz zeigen, wie sie interessieren und wir versuchen was aufzubauen.
00:28:48: Und das ist etwas, das kann man nicht einfach herausfordern mit Nazis raus.
00:28:52: Die treten ja gar nicht als Nazis auf!
00:28:54: Sie treten auch als Zivilgesellschaften und als Kümmerer vor
00:28:57: Ort.".
00:29:20: denen in den Weg zu stellen.
00:29:24: Scheinbar kann ja die Lösung sein, es braucht mehr Präsenz der demokratischen Parteien Es braucht dort Menschen, die sich engagieren für die Gemeinden und die Menschen vor Ort Also eigentlich das was die neue Rechte tut.
00:29:37: Das müssten dann mindestens so erfolgreich Und natürlich mit anderem Inhalt auch die demokratischen Parteien und Institutionen vor Ort tun Oder?
00:29:47: Woran scheitert das denn?
00:29:48: Die Parteien in Ostdeutschland haben ja schon Probleme zum Teil Kandidaten aufzustellen, auf dem Land.
00:29:54: Und das liegt nicht daran, dass sie da irgendwie nicht wollen oder es ihr Problem nicht auf den Schirm haben.
00:29:58: Das liegt daran, die genau so wie alle anderen dort Fachkräftemangel haben!
00:30:04: Weil eben alle geeigneten Kandidaten abgewandert sind.
00:30:07: Und die AfD hat eben und andere, ich sage es immer wieder andere Rechtssitzung mit Kleinstparteien, die zum Teil extremer sind, hat eben genau die Strategie motiviert und rekrutiert ihre Mitglieder darüber.
00:30:18: Nein das ist genau was wir machen müssen!
00:30:19: Das ist unsere Erfolgsstrategie.
00:30:21: Das erwarten wir von euch ganz unbedingt.
00:30:23: Und das ist halt wirklich völlig unterschiedliche Strategie.
00:30:26: Wir sprechen jetzt hier schon relativ lange über Ostdeutschland auf dem Land aber es gibt ja durchaus auch Großstädte in Ostdeutschland, wenn auch nicht allzu viele.
00:30:36: Und Klein- und Mittelstädter ist es sozusagen sehr stark so ein ländliches Phänomen oder einen Kleinstadtphänomen?
00:30:44: Oder betrifft das jetzt den Osten insgesamt?
00:30:47: Weil in den Medien geht's ja immer nur um den Oston.
00:30:50: Also Kleinstädte sind auf jeden Fall mit einem bezogen, denn die erleben ja an Ostdeutstand eine Verdörflichung zu heißen.
00:30:56: Das habe ich mich nicht ausgedacht.
00:30:57: Es heißt, sie erleben viel diese Probleme auch, wenn vielleicht etwas gemäßigte.
00:31:02: Wie hat er darüber gesprochen?
00:31:03: Es gibt ja auch noch andere Gründe, warum man AfD wählt.
00:31:06: Und ich fürchte auch in den Großstädten ist der zum Beispiel der Anzahl an Immigranten relativ gering im festerischen Vergleich.
00:31:13: Das heißt dieser Mechanismus, den ich erklärt hatte oder versuchte dazu gehört, der geht tatsächlich ganz austauschenweit.
00:31:18: Da wird es jetzt wenig Städte geben außerhalb von Berlin, wo das nicht gilt.
00:31:22: Was ich jetzt sehr stark vernommen habe, dass vielen Leuten einfach die Gemeinschaft auch fehlt, die verloren geht durch die Abwanderung.
00:31:30: Und die Frage ist doch, scheinbar gibt es Orte wo das organisiert wird.
00:31:36: Viele Orte scheint zu geben wo eben die AfD oder diese anderen kleinen Parteien die du erwähnt hast reingehen und sich darum kümmern.
00:31:43: wäre dann deiner Meinung nach eine Lösung die Leute dabei zu unterstützen die eben keine rechtsradikalen rassistischen Ansichten haben diese Gemeinschaft zu organisieren.
00:32:00: Wie kommt man an die Rande?
00:32:01: Ja,
00:32:02: das ist eine gute Frage.
00:32:04: Ja auf jeden Fall!
00:32:05: Ich weiß nicht ob ich aus Halsches damit sage aber wenn wir jetzt mal jetzt in dreißig Jahren uns anschauen... Ich glaube wie waren alle sehr fokussiert auf die Arbeitsausenkoten und generell auf die Einkommensunterschiede Und wir scheinen fest da ist ja nebenbei was passiert.
00:32:17: Das hatten wir gar nicht auf dem Schirm und deswegen sind wir auch irgendwie schlecht vorbereitet und haben kaum Gegenschategien.
00:32:24: Es gibt erst seit Ende letzten Jahres zum Beispiel ein Netzwerk für Kommunen wo sich organisieren können und dabei austauschen können, wie sie mit dem Bevölkerungsschwund umgehen.
00:32:34: in Ostdeutschland fallen.
00:32:35: Wie so ein extrem starker Bevölkerungsschwund.
00:32:37: Also wir hängen da komplett hinterher... Ich weiß nicht, vielleicht bin ich einfach auch selbst empfindlich, aber würde immer aufpassen, nicht sagen die Ostdeutesche müssen mal selber und das ist doch ganz furchtbar und die müssen sich mal zusammenreißen.
00:32:47: Wir haben hier Probleme, die nehmen wir auf den Schirm an für dreißig Jahren, die aber gewirkt haben und wo wir jetzt irgendwie in der Herrennen da irgendeine Lösung zu finden.
00:32:57: Das ist meine gute Frage, aber ich würde schon sagen dass zumindest der Staat auf lokaler Ebene auch einspringen muss.
00:33:07: Also mit so geschwächten Orten wird es jetzt schwierig zu warten das das von selber kommt wer solls denn noch machen?
00:33:14: Insofern wenn man zum Beispiel einfach mal sagen würde wir verankern das Recht auf einen Jugendclub oder eine Jugend treff in den Verfassungen der deutschen Bundesstaaten zum Beispiel.
00:33:25: Und dann müsste man irgendwie Geld zur Verfügung stellen, dass eben überall fußläufig jugendliche Orte haben wo sie treffen können und abhängen können und diese Orte so eine minimale Betreuung haben.
00:33:38: Dass wir sicher gehen können.
00:33:39: uns gehen jetzt nicht weiterhin ganz viele Jugendliche verloren an diese bunten Erlebnisse weltrechtsextremisten auszunehmen zum Beispiel aber zu warten das die Orte selber machen die nach wie vor, vor allen Dingen mit Fachkräftemangel zu tun haben.
00:33:52: Die nicht wissen, wie sie offene Stellen in der Administration selber decken können, die mit der medizinischen Grundversorgung zu tun habe und mit dem Wegenostand zu tun hat.
00:34:02: Das ist ein hoher Anspruch, den wir da stellen.
00:34:04: Deswegen würde ich schon sagen es muss eigentlich gesteuert werden.
00:34:07: Da vielleicht noch eine Nachfrage und gerne auch mit einer... Handlungsidee oder Empfehlung.
00:34:12: Man spricht immer so gern von Zivilgesellschaft und auch der Zivil-Gesellschaft auf dem Land in Ostdeutschland, die unter Druck ist.
00:34:20: Wie sehr ist denn die AfD eigentlich schon verankert an dieser Zivilgeseitschaft?
00:34:24: Also wenn ich jetzt darüber nachdenke der berühmte Feuerwehrverein oder der Sportverein kann man da sozusagen bisher mit dem Programm Demokratie leben das jetzt gerade umgestaltet wurde versucht wird über Die Stärkung dieser Strukturen, tatsächlich noch diese AfD-Regemonie in der öffentlichen Meinung.
00:34:46: Kann man das damit noch einfangen?
00:34:48: Oder wie siehst du das?
00:34:50: Ich würde jetzt mal kurz sagen Nein!
00:34:52: Wie soll es jetzt gehen?
00:34:53: die freiwillige Feuerwehr der Sportverein auf dem Land Das sind ja schon dreißigvierzig Prozent AfD-Wähler nicht.
00:34:58: also die bilden ja die Bevölkerung durchs Ab wenn vielleicht nicht sogar noch jünger mehr.
00:35:02: Aber also das ist ein Forschungsfeld, wir Forscher wissen und Forscherinnen müssen uns darum bisschen mehr fokussieren aber es gibt doch keine Ergebnisse.
00:35:08: Vermutlich ist der Umgang mit diesen Problemen in diesem Verein eher ja Wir reden halt nicht drüber.
00:35:14: Also da wird's meistens irgendwie einen Moment gegeben haben wo da so die politischen Einstellungen offenbar wurden der einzelnen Mitglieder und Mitgliederinnen und das ein bisschen hochkochte.
00:35:22: und dann um den Zahlen Frieden zu halten weil der Sportverein soll ja nichts zerbrechen und die freiwillige Feuerwehr braucht man dringend wird dann einfach entschieden, dass wir darüber nicht mehr reden.
00:35:31: Und dann ist da sonst Zadda Frieden der aber der falsche Seite nutzt und das man jetzt Jetzt, wo wir so eine hohe Zuspruch für die AfD haben mit der Stärkung dieser Vereine sondern ich was bewegen kann Ich weiß nicht auch weil das Vereine sind die eben sich ganz schwer damit tun werden überhaupt politisch irgendwie in irgendein Richtung Sich zu bekennen.
00:35:51: Das ist einfach jetzt mal die Situation in diesen Vereinen.
00:35:53: Die sind sehr unpolitisch und verstehen sich auch wirklich so.
00:35:55: Insofern Ich wäre skeptisch.
00:35:59: Wir haben jetzt ausführlich über die Ursachen für das Erstarken von Panheim wieder AfD und von demokratiefeindlichen Akteuren in Ostdeutschland gesprochen.
00:36:08: Ich fand deine Argumente sehr erhehlend und aufschlussreich, es haben sich ja auch schon hier und da ein paar Möglichkeiten angedeutet was ich dem erfolgreich entgegenstellen ließe.
00:36:20: Da würde ich gerne nochmal nachschärfen wollen und frage zum Schluss noch einmal Was macht Hoffnung Katja?
00:36:27: Da werde ich immer ganz häufig gefragt, jetzt doch noch mal was Positives zu sagen.
00:36:31: Was mir Hoffnung macht das Thema... bekommt schon mehr Aufmerksamkeit.
00:36:37: Ich meine, es ist schon so dass wir jetzt also vor zehn Jahren hat keiner darüber gesprochen.
00:36:41: Jetzt sprechen mir über diese Probleme und es gibt auch bei Parteien Es gibt sogar auf der europäischen Ebene da sogar zum Teil noch mehr wirklich auch Versuche und Ideen Programme aufzulegen wie man eben mit den Konsequenzen von Bevölkerungsschwund umgehen kann und den abfedern kann Und das sozusagen immer stärker teil zumindest der europäische Strukturförderung wird und dann vielleicht auch Teil der deutschen Struktur für die.
00:37:04: Wir haben jetzt nicht darüber gesprochen, wie sehr z.B.
00:37:06: diese ländlichen Gebiete, die so ausgeprägt sind, auch benachteiligt sind bei der Vergabe von Fördermitteln zum Beispiel.
00:37:12: Allein schon weil sie mit Fachkräftemailung zu tun haben in der Verwaltung und das führt dazu dass sie weniger Födermittel bekommen.
00:37:17: Also es ist wirklich immer ein bisschen dieser Teufelskreis Und ich bin natürlich der Meinung, dass können die Menschen vor Ort ganz schwer durchbrechen Weil da so viel dahinter steht und weil sie sich nicht selber mehr Geld geben können.
00:37:29: Aber ich denke, dass wir mir mehr Aufmerksamkeit bekommen, dass man dann irgendwann mal begreift, dass eine der besten Strategien gegen die extreme Rechte ist, identische Gebiete in Deutschland zu fördern.
00:37:40: Und wir sehen ja auch ein bisschen im Westdeutschland, identischen Gebieten da sind ja auch die eher aufmucken Da geht es euch andere Probleme, aber auch da muss man stärker hinkucken.
00:37:49: Also dass wir generell mehr über dann sprechen das macht mir Hoffnung.
00:37:52: Der zweite Punkt dem Erhoffnungen macht ist, dass es auch ein großes Gefühl von Verantwortung gibt bei den Menschen die abgewandert sind.
00:37:59: Das erlebe ich jetzt vielleicht auch durch meine Forschung werde ich dort kontaktiert und dass sie gerade auf die Frau findet hat, dass sie gerne zurückkehren möchten oder anders wieder positiv in die Heimat sozusagen einwirken Und das finde ich auch sehr schön.
00:38:11: Und dann hat mich der Eingangs gefragt, wer sind die Ostdeutschen?
00:38:13: Wenn also die Emigranten sich wieder mehr involviert führen und mehr beitragen wollen, dann finde ich es auch super weil das eigentlich eine riesengroße Macht, die da noch ein bisschen schläft oder eigentlich viel bewegen könnte.
00:38:23: Da haben wir ja jetzt zum Schluss tatsächlich noch einen positiven Ausblick und auch ein paar konkrete Vorschläge wo und wie sich Politik- und Zivilgesellschaft engagieren können.
00:38:35: Vielen Dank liebe Katja!
00:38:37: Danke auch für das spannende und aufschlussreiche Gespräch.
00:38:41: Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir es dann fortführen, denn im Anschluss an die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt werden wir hier bei uns im Zentrum Liberale Moderne noch mal miteinander sprechen am Tag nach den Wahlen am siebten September.
00:38:56: Dann findet ihr bei uns beim Salon in Berlin eine Walnachlesestadt da wirst du dabei sein Aber auch Oliver Decker vom Elsefrenkel Brunswick-Institut in Leipzig und auch der Leipziger Soziologe Gert Pickel, er ist einer der Autoren des Sachsen-Anhaltmonitors.
00:39:15: Wir werden dann vor allem über das Demokratieverständnis in Ostdeutschland sprechen, dass wir heute ja nur gestreift haben!
00:39:23: Ja ich freue mich auch sehr und danke für heute wieder schöne Gespräche.
00:39:31: Und wer bei unserem Salon im Zentrum Liberale Moderne am siebten September, am Montag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt dabei sein möchte?
00:39:39: Der kann sich gern für die Veranstaltung anmelden.
00:39:42: Den Link dazu findet ihr in den Show Notes sowie auf unserer Website lipmod.de Weitere Literatur zum Thema haben wir dort ebenfalls verlinkt!
00:39:52: Wir freuen uns wenn Sie und wenn Ihr diesen Podcast abonniert die Glocke aktiviert, sodass ihr keine Folgen mehr verpasst.
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